Traditionsbewahrung in Tihany - Volklore Sammlung
Es fing im 2000 an. Zuerst haben wir eine alte Nähmaschine geschafft, es war nicht schwer, sie hat meine Grossmutter gehört. Schon als Kind habe ich sie mit Andacht gesehen, wie die sanftmütige lächelnde alte Frau damit gearbeitet hat. Ihre Füsse haben sich langsam bewegt, aber der Nadel hat blitzschnell den Lein durchsticht. Im Schubfach habe ich immer spannende Schätze gefunden. Aufgrund dieser angenehmen Erinnerungen haben wir mit meiner Frau so entschieden, dass wir sie bewahren. Dann habe ich in einer Hofecke einen alten schmutzigen Locken voll mit Spinnengewebe gefunden. Ich hatte das Gefühl, er wartet auf mich! Von dort konnten wir mit dem Sammeln nicht mehr aufhören. Alle Gegenstände, die damals zu dem Bauernleben gehört haben, haben mich gefunden. Pferdegeschirr, Pferdegebiss, Joch, die Weinbaugeräte von der Hacke bis Kohlendisulfid-Geräte.
Ein grosses Erlebnis war, wenn mich meine Mutter zum Schuster geschickt hat. So eine Schatzkammer! Ich hatte Tausende von Fragen, aber der alte Onkel Aszaló hat immer geantwortet. Darum habe ich auf dem Flohmarkt eine Menge Schustergeräte gekauft.
Viele Schrotmühlen, Körnergeräte, Gänsefuttergeräte, Küchengeräte, Holztrog gehören zu der Sammlung.
Hier sind auch Bajonettgewähre aus dem ersten Weltkrieg zu sehen.
Im bogenförmigen Keller sind zahlreiche bezeichnete Ziegel eingebaut, mit Grafwappen, Königswappen – oder einfach mit Bergmannshammer. Wir haben einen Bauernofen gebaut, den wir jeden Tag verwenden, wenn es nötig ist, erwärmen wir damit das Restaurant. Bei uns sind Rauchfass, kirchliche Lampen, Kutschenlampen, Herdeglocke. Herdeglocke bedeutet mir die frischgemelkte Milch, wie wir sie damals getrunken haben. Heute ist es auch soweit. Tüten, Behälter…angeblich ist Milch drin.
Besichtigen Sie unsere Sammlungen. Vielleicht konnten wir die Stimmung des damaligen Lebens vorstellen. Ein andere Rythm, Ruhe, langsamere Schritten…Ein Gerät kann von seinem Eigentümer viel erzählen, wenn man es sagen lassen kann. Diese Sammlung erweitern wir ständig.



